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Auskunft vom Profi: Andreas Ackenheil, Anwalt für Tierrecht, Ackenheil Anwaltskanzlei

“Hund im heißen Auto” – Das sagt Andreas Ackenheil (Spezialist für Tierrecht) dazu!

Kaum steigen die Temperaturen in Deutschland häufigen sich die Meldungen wie: Überhitzter Hund aus Auto befreit – Hund nach Rettungsaktion aus überhitzten Auto den Hitze-Tod gestorben. Leider jedes Jahr ein aktuelles Thema. Mit welchen Strafen und auch Kosten muss ein Hundehalter rechnen, dessen Hund aus dem Auto befreit werden musste?

Rechtliche Konsequenzen

Das deutsche Tierschutzgesetz schreibt in § 1 vor, dass aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen ist. Niemand darf daher einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Nach § 8 der Tierschutzhundeverordnung hat die Betreuungsperson eines Hundes u.a. “für ausreichende Frischluft und angemessene Lufttemperaturen zu sorgen, wenn ein Hund ohne Aufsicht in einem Fahrzeug verbleibt”. Wer hiergegen verstößt muss sich grundsätzlich vor dem Strafrichter rechtfertigen und es droht je nach Einzelfall ein Bußgeld bis zu 25.000,00 € oder eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren. Wenn aufgrund der Nachlässigkeit des Halters beispielsweise ein Hund im aufgeheizten Fahrzeug stirbt, kann der Halter nach §§ 17, 20 Tierschutzgesetz zudem ein lebenslanges Tierhalteverbot bekommen.

Wer trägt die Kosten für die Rettungsaktion?

Wird die Polizei gerufen und befreit einen Hund aus einer solchen kritischen Situation, dann muss der Halter auch die entsprechenden Kosten tragen. Dies entschied das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz im Jahr 2005. An einem sehr heißen Augusttag ließ eine Frau ihren Hund in einem geparkten Fahrzeug zurück, um spazieren zu gehen. Sie ließ die Fenster und das Schiebedach geschlossen. Ein besorgter Passant rief die Polizei, die beim Eintreffen den Hund mit weit heraushängender Zunge und in schnellem Rhythmus nach Luft hechelnd vorfand. Die Polizeibeamten, die die Halterin nicht ausfindig machen konnten, schlugen schnell die Seitenscheibe des Fahrzeugs ein und befreiten das Tier. Die Kosten in Höhe von 83,00 € für Personal- und Fahrtkosten wollte die Hundehalterin jedoch nicht zahlen. Das Verwaltungsgericht gab ihr in erster Instanz Recht, da die geltend gemachten Kosten durch die Steuern der Allgemeinheit finanziert würden. Das sah das OVG Rheinland-Pfalz anders, wies die Klage im Berufungsverfahren ab und verpflichtete die Hundehalterin zur Zahlung. Das Gericht meinte, es gebe keine Rechtfertigung dafür, dass die Allgemeinheit die entsprechenden Kosten tragen müsse. Die Polizeibeamten hatten bei der Hitze (Außentemperatur 31 Grad) zu Recht gehandelt, da der Hund in Lebensgefahr schwebte und die Halterin nicht erreichbar war.

Das aktuelle Urteil

Im November 2017 verurteilte das Amtsgericht München eine Fahrerin, die ihren Hund für 30 Min. in einem in der prallen Sonne bei Außentemperaturen von 25 Grad abgestellten Pkw ohne Wasser zurückgelassen hatte. Lediglich die Beifahrerscheibe war maximal 5 cm geöffnet, Wasser war für den Hund nicht vorhanden. Seine Augen waren schon blutunterlaufen, er hatte Schaum vor dem Mund und hyperventilierte. Dem Hund wurden ohne vernünftigen Grund erhebliche Leiden zugefügt, meinte das Gericht und verhängte eine Geldbuße von lediglich 200,00 €. In der Presse wird häufig über solche Fälle berichtet, weshalb die Fahrerin die Gefahr für ihren Hund hätte erkennen und entsprechend handeln können.

Nicht wegsehen – Handeln!

Sehen Sie an einem warmen Tag einen Hund im Auto, der sich in entsprechender Gefahr der Überhitzung befindet, ignorieren Sie die Situation bitte nicht. Suchen Sie den Besitzer des Fahrzeuges in der Nähe. Steht das Fahrzeug in einem Wohngebiet klingeln Sie bitte an den Haustüren, um den Besitzer ausfindig zu machen. Steht das Fahrzeug auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes lassen Sie den Besitzer bitte über Lautsprecher ausrufen. Sollte der Besitzer in kurzer Zeit nicht zu finden sein informieren Sie bitte die Polizei oder die Feuerwehr. Diese werden schnell alles Notwendige in die Wege leiten.

Droht jedoch bereits Lebensgefahr für den Hund, handeln Sie. Wenn Sie die Scheibe des Fahrzeuges einschlagen, begehen Sie zwar eine Sachbeschädigung, Sie retten dadurch aber das Leben des Tieres. Eine Scheibe kann schnell ersetzt werden, das Leben des Tieres ist jedoch unbezahlbar. Derzeit findet in der Rechtsprechung ein Umdenken statt indem das Leben eines Tieres höher zu bewerten ist als die zur Rettung verbundene Sachbeschädigung.

Wenn Sie den Hund aus dem Fahrzeug befreit haben, bringen Sie ihn schnell in den Schatten und benetzen Sie ihn mit Wasser, um ihn vorsichtig abzukühlen. Das Wasser sollte hierbei jedoch nicht zu kalt sein. Verwenden Sie nach Möglichkeit auch feuchte Tücher. Schauen Sie, ob der Hund selbständig etwas trinken kann, andernfalls befeuchten Sie die Zunge mit etwas Wasser. Danach sollte der Hund schnellstmöglich zu einem Tierarzt oder in eine Tierklinik gebracht werden, die dann die weitere Versorgung übernehmen. Verschwenden Sie bitte keine kostbare Zeit, da es sich bei einem Hitzekollaps um einen Notfall handelt.

Ihr Spezialist für Tierrecht Anwalt Ackenheil

 

 

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in dem Ratgeber „Ihr Recht rund ums Haustier“, erschienen im Verlag Wolters
Kluwer, für 9,98 € (ISBN-13: 978-3472090243).